Von Menschen, 'Orten und Sprachen - Salzburg

Brigitta und Thomas Busch:
Von Menschen, Orten und Sprachen. Multilingual leben in Österreich.
Herausgegeben von der Grünen Bildungswerkstatt Minderheiten.
Drava 2008

Buchpräsentation und Diskussion
17. 3. 2009, Salzburg, Café Shakespeare


Das Café Shakespeare war am 17.3.2009 ganz im Zeichen der Mehrsprachigkeit: Das von der GBW Minderheiten herausgegebene Buch von Brigitta und Thomas Busch über mehrsprachige Lebensgeschichten wurde vorgestellt und im Anschluss wurde über Mehrsprachigkeit diskutiert.
Die Veranstaltung wurde von Nihan Devecioglu und Alexey Kokhanov musikalisch begleitet.

Judith Kovats, die Geschäftsführerin der GBW Salzburg, und Stefan Pauer, Obmann der GBW Minderheiten, begrüßten das Publikum auf Deutsch und Kroatisch – der passende Einstig in den Abend der Mehrsprachigkeit. Der Mitautor Thomas Busch und Nada Zerzer von der GBW Minderheiten erzählten von der Konzeption des Projektes, das seinen Anfang 2006 genommen hat. Ausgangspunkt waren politische Fragen rund um die Mehrsprachigkeit von Menschen, die in Österreich leben. sowie die Vorbereitung auf das Internationale Jahr der Sprachen und des Interkulturellen Dialoges 2008. Die GBW Minderheiten konnte die Ergebnisse von zwei Jahren Forschungsarbeit als Buch dazu beitragen.

Das Gespräch mit dem Publikum drehte sich um mehrere Themenbereiche.
Wie können BetreuerInnen, ErzieherInnen, LehrerInnen mit der Mehrsprachigkeit umgehen?
Unter welchen Bedingungen können sich Kinder und Jugendliche die deutsche Sprache soweit aneignen, dass sie sie als voll funktionsfähige Verkehrssprache verwenden können?
Was läuft schief, wenn in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen ein Sprachverbot für alle Sprachen außer deutsch ausgesprochen wird und wie kann man einem derartigen Phänomen begegnen?

Als möglicher Lösungsansatz wurde das Erwerben von zusätzlichen Sprachkompetenzen durch die Betreuungspersonen genannt – denn mit dem Verstehen einer Sprache entfällt die empfundene Unsicherheit und Hilflosigkeit gegenüber den SprecherInnen. Die Unsicherheit wurde in vielen Fällen als Ursache von Problemen geortet – Unsicherheit, die aus der gescheiterten Kommunikation entsteht, wenn zwei Menschen nicht die gleiche Sprache sprechen – und das kann durchaus auch unter lauter „Gleichsprachigen“ geschehen, das Stichwort dazu war das Amts- und Juristendeutsch.

Der relativ große Anteil an BesucherInnen, die sich selbst, oft auch beruflich, mit Mehrsprachigkeit und interkultureller Arbeit befassen, machte den Abend besonders interessant, und auch die Gespräche nach dem offiziellen Programm waren anregend. Es besteht die Erwartung, dass der Abend der Anstoß für eine Reihe von Projekten und Veranstaltungen war.

Bericht: Nada Zerzer, GBW Minderheiten

 
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