Buchpräsentation, Vortrag und Diskussion mit Dr. Borut Klabjan 

Am Donnerstag, den 19.2. 2009 fand in den Räumlichkeiten des Slowenischen Wissenschaftsinstitutes in Wien eine Buchpräsentation mit Vortrag und Diskussion zur Präsenz der Tschechen im Triest des 19. und 20.Jahrhunderts statt.

Prof. Lukan und der Vortragende Dr. Klabjan

 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Lukan und der Vortragende Dr. Klabjan

 

Neue Heimat Triest

Als Triest 1719 den Status eines Freihafens erlangte, erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blütezeit, die auch Arbeitskräfte aus verschiedenen Teilen der Donaumonarchie anlockte. Unter anderem kamen Tschechen, die einerseits als Handelstreibende und andererseits als Hafenarbeiter ihr Glück suchten. Die tschechische Bevölkerung der Vielvölkerstadt Triest war somit sozial heterogen. Schon bald begannen die tschechischen Bewohner Triests ihr kulturelles und gesellschaftliches Leben zu entfalten. Sie organisierten sich in Vereinen und versammelten sich zu unterschiedlichsten Veranstaltungen und Bällen.

Die Tschechen, die in Triest ansässig wurden, suchten auch den Kontakt zu anderen slawischen Bevölkerungsgruppen in Triest, damals vorwiegend Slowenen und Kroaten. Das Volkshaus der Slowenen, Narodni dom, war auch Stützpunkt für zahlreiche tschechische Vereine. Im faschistischen Brandanschlag auf das Volkshaus im Jahr 1920 wurde auch das Archiv der tschechischen Vereine ein Raub der Flammen. Erhalten blieb nur Material, welches an anderen Orten gesammelt worden war.

Beispiele kulturellen Schaffens

Borut Klabjan untersuchte zahlreiche Archive, vor allem in Prag, die das Leben und den Alltag der Tschechen in Triest dokumentieren und förderte einige interessante Dokumente zu Tage. Anhand dieser zeichnet er die soziokulturelle Zusammensetzung der tschechischen Triestiner und deren Aktivitäten nach. Alles in allem bringen Buch und Vortrag Beispiele für die Vielfalt kulturellen Schaffens und Wirkens in einer Gesellschaft, die diese Vielfalt zulässt. Sie zeigen letztlich die Zerstörungskraft monokultureller und „ethnisch reiner“ Bestrebungen auf – an diesen Bestrebungen ist die tschechische Community in Triest zerbrochen.

Zum Autor: Dr. Borut Klabjan ist Dozent für Kolonialismus und Imperialismus an der Universität von Primorska in Koper.

Das Buch: Dr. Borut Klabjan: Češkoslovaška na Jadranu (Die Tschechoslowakei an der Adria). Založba Annales. Koper 2008

Die Veranstaltung war eine Kooperation der GBW Minderheiten und des Slowenischen Wissenschaftsinstitutes in Wien - Slovenski znanstveni inštitut na Dunaju.

 
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